DIFOX: Aus Würzburg nach Europa

DIFOX

Wie kann ein regionales Unternehmen nicht nur online, sondern auch europaweit erfolgreich sein? DIFOX ist mit über 20 Jahren Erfahrung einer der größten und kompetentesten B2B-Händler für  „alles rund um Consumer Electronics“ in Europa.

Von Barbara Zaraveli

„Alles klar! Ihre Bestellung ist gebucht. Ab Montag wird sie geliefert. Ja, genau. Vielen Dank und schönen Tag noch!“ sagt Isabelle.

Solange Isabelle am Telefon auf Französisch spricht, beobachte ich den Raum. Vom Fenster aus kann man die Festung Marienberg sehen, der Ausblick ist beeindruckend. Die französische Atmosphäre im Raum ist vorherrschend. An der Wand hängt eine große Landkarte Frankreichs, auf dem Tisch stehen  kleine Fähnchen von Belgien, Frankreich und Luxemburg. Die lächelnde Angestellte hat gerade mit Frankreich telefoniert. Sie sagt mir, dass diese Bestellung  für Marseille ist.

Gerhard Hecht, der Vertriebsleiter, erklärt mir, wie DIFOX so erfolgreich geworden ist. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Würzburg und ist heute überall in Europa im Bereich der Unterhaltungselektronik tätig. Bei DIFOX werden 18 verschiedene Sprachen gesprochen und die Mitarbeiter kommunizieren mit ihren Kunden in der jeweiligen Muttersprache. „Wir rufen in Litauen an und der Kunde spricht mit einer Litauerin in seiner Muttersprache . Ein weiterer Vorteil neben der gleichen Sprache ist, dass die Mitarbeiter auch aus dem gleichen Kulturkreis ihrer Kunden kommen. Die Kundenbetreuer stellen sich auf die jeweiligen landestypischen Gegebenheiten ihrer Kunden ein, aber bringen Unternehmensmaxime wie bspw. Verbindlichkeit, Schnelligkeit, Freundlichkeit… mit. Eine gute Zusammenarbeit und einen festen Ansprechpartner bei Difox, festigt sich Lieferanten-/Kundenbeziehung enorm. So kommt eine gute Mischung von der deutschen Unternehmenskultur und europäischen Kundenkultur zustande.

Wie einfach ist es aber Muttersprachler in Würzburg zu finden? Es ist immer eine Herausforderung, aber wenn die Firma einen neuen Mitarbeiter gefunden hat, werden oft langjährige Kollegen und Kolleginnen daraus. Viele sind für ein Studienaustauschprogramm (bspw. Erasmus)   nach Deutschland gekommen. Einige haben  in Würzburg ihre große Liebe gefunden, oder sie fühlen sich nun in Würzburg  zuhause. Bemerkenswert ist,  dass die Mehrzahl der Mitarbeiter Frauen sind. So ist es auch mit Isabelle passiert. Seit 20 Jahren arbeitet  die Französin  bei DIFOX und ist für  frankophone Länder  wie Frankreich, Belgien und Luxemburg verantwortlich. Isabelle hat Romanistik studiert und ist während eines Austauschprogramms nach Würzburg gekommen. Sie ist in Würzburg geblieben, weil sie ihren Mann in Würzburg gefunden hat. Isabelle ist letztendlich über ihr Studium der  Romanistik im internationalen Vertrieb gelandet.

Für Isabelle ist die interkulturelle Zusammenarbeit sehr interessant. Man sieht die verschiedenen Mentalitäten, die Kulturen und das „Multikulti“ macht die Arbeit attraktiver und spannender. Sie kann sich nicht mehr vorstellen in einem rein deutschen Umfeld zu arbeiten.

In einer internationalen Abteilung mit verschiedensten Kulturen möchte man meinen, dass  es einige interkulturelle Probleme geben könnte, aber es gibt sie quasi gar nicht. Eine Herausforderung ist es jedoch oft, dass neue Kollegen und Kolleginnen keinen kaufmännischen Hintergrund haben. Es gibt beispielsweise viele junge Menschen, welche die jeweilige Sprache beherrschen, aber bis dahin über keinerlei kaufmännische  Kennttnisse verfügen. Die Mitarbeiter müssen daher zuerst intensiv kaufmännisch ausgebildet werden. Der eine kommt leichter mit dieser Herausforderung zu Recht , der andere tut sich etwas schwerer! Diese Probleme sind aber keine Probleme eines internationalen Handelsunternehmens, sondern können  genauso in rein deutschen Unternehmen auftreten.

Während ich durch den Flur gehe, höre ich verschiedene Sprachen. Es klingt wie eine schöne Melodie: Russisch, Spanisch, manche sprechen auch Deutsch. Eine Kollegin fragt die andere etwas auf Polnisch. Jemand erzählt einen Witz auf Deutsch. Eine andere Kollegin hat tschechische Süßigkeiten mitgebracht, die jeder probieren möchte. Durch die kleinen Fähnchen und die Dekoration, welche auf den Tischen steht, versteht man in welchem Teil Europas wir uns gerade befinden. Ich bin begeistert! Es ist wie eine kleine Miniatur von Europa, wie ein Spiel. Das ist der italienische Tisch, nebenan Spanien und Portugal. “Buongiorno Italia! Hola Espana! Hallo Mittel und Osteuropa!

Auf der anderen Seite des Flurs ist die griechische Abteilung. Eva wartet dort schon auf mich und begrüßt mich zusammen mit dem Rest des griechischen Teams sehr herzlich. Die Halb-griechin hat Kunstgeschichte und Archäologie studiert, arbeitet aber seit 2002 bei DIFOX. Sie ist für die Region Griechenland, Zypern und die Türkei zuständig. Die Kommunikation mit den Kunden ist für Eva besonders interessant, da sie durch die Kommunikation mit verschiedenen Ländern Erfahrungen und neue Ideen sammeln kann.

DIFOX war immer die internationale Abteilung der Duttenhofer Group und hat  vor 20 Jahren zuerst auf Englisch angefangen. Am Anfang hat DIFOX mehr oder weniger Kleinbildfilme wie Kodak, Fujifilm, Polaroidfilme etc. weltweit gekauft und verkauft. Dann kam die digitale Fotografie und das Unternehmen hat ihr Sortiment um Digitalkameras, Zubehör und andere Artikel aus der Unterhaltungselektronik erweitert. Durch eine Kollegin, die zufällig Griechin war, konnte das Unternehmen auf dem griechischen Markt Fuß fassen. So hat es angefangen. Momentan gibt es 35 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Würzburg. Das Unternehmen ist durch weitere selbständige Tochterunternehmen in Ländern wie Spanien, Italien, Frankreich und den Niederlanden vertreten.

Difox bietet seinen Kunden eine hohe Verfügbarkeit seines Sortiments zu einem marktgerechten Preis.  Dank seiner gut ausgebauten Logistik bekommt der Handelspartner innerhalb von 24 – 48 Stunden seine bestellten Artikel in das jeweilige europäische Land geliefert. „Die Mehrzahl unserer Kunden befinden sich in Europa. Europa hat es uns möglich gemacht, ohne Grenzen und Zölle ein internationales Unternehmen aufzubauen. Wir profitieren als deutsches Unternehmen vom internationalen Handel“ sagt Herr Hecht. Die Lage von Würzburg spielt auch eine wichtige Rolle:  Würzburg befindet sich  relativ zentral in Deutschland bzw. Europas. Die Lage ist optimal und man kann alle Länder relativ schnell logistisch erreichen, nur manchmal ist es ein bisschen schwierig neue Mitarbeiter zu finden, die eine exotische Sprache sprechen. Ohne ein heutiges Europa hätte DIFOX sicherlich nicht eine solche Größe erreichen können.

Nach dem Ende meiner Diskussionen fühle ich mich, als hätte ich gerade die Tour Europas gemacht. Eine lebendige und farbige Tour. Ich schaue nochmal zum Fenster. Die Festung steht da, alles in Ordnung . Ich bin immer noch in Würzburg.

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