Einmal Blind Booking, bitte!

Blick über Oslo (Foto: Iris Wittl)

„Hast du Lust auf Urlaub? Nächste Woche?“ Elena ist begeistert, sie befindet sich gerade mitten in der Prüfungsphase und ein Tapetenwechsel nach den überstandenen Klausuren fühlt sich gerade genau richtig an. Zwei Freundinnen kümmern sich um die Planung und Organisation des Kurztrips, da Elena nach wie vor vom Lernen sehr eingenommen ist. Kurzerhand wird entschieden, Blind Booking soll es werden.

von Iris Wittl

Doch worum geht es bei Blind Booking? Kurz gesagt: Um die blinde Zuordnung eines Reiseziels zum Kunden. Als einer der bekanntesten deutschen Anbieter gilt Eurowings, aber auch der Mutterkonzern Lufthansa bietet ein breites Angebot. Bei der Buchung des Fluges wählt der Kunde zunächst einen der zur Verfügung stehenden Abflughäfen aus. Je nach Abflughafen kann der Kunde zwischen verschiedenen Kategorien auswählen, denen jeweils – je nach Kategorienthema – verschiedene Reiseziele innerhalb Europas zugeordnet sind. Die Kategorienthemen sind dabei sehr vielfältig und sprechen verschiedenste Interessen an. Die Bandbreite reicht von „Sonne und Strand“ über „Shopping und Party“ bis hin zu „Wandern und Natur“. Entspricht eines der Ziele der Kategorie einem ungewünschten Reiseziel, so kann der Kunde gegen einen Aufpreis von fünf Euro je Flug, also zehn Euro für Hin- und Rückflug, das Ziel abwählen. Bei Eurowings starten die Kategorienpreise ab 66 Euro, bei Lufthansa ab 69 Euro für Hin- und Rückflug, bei beiden ist nur das Handgepäck inbegriffen. Anschließend kann der Kunde den An- und Abreisetag auswählen. Nach der Buchung erfährt der Kunde wo die Reise hingeht, er kann weitergehende Vorbereitungen treffen.

Reise nach Irgendwo

Das Prinzip hinter Blind Booking ist simpel: Durch das Angebot können die Fluggesellschaften eine bessere Auslastung ihrer Flüge erreichen, während die Kunden für ihre Spontanität und Flexibilität mit günstigen Flügen belohnt werden. Auf Anfrage gab Lufthansa an, dass die Buchungszahlen seit der Einführung ihres Blind Booking Formats „Lufthansa Surprise“ im Mai 2016 stetig angestiegen seien.

Mittlerweile gibt es auch Blind Booking für Hotels auf hotwire.com sowie eine Blind Booking Kombination von Flug und Hotel auf blookery.de.

Für Elena und ihre beiden Freundinnen fällt das Reisebudget etwas kleiner aus. Dafür sind sie gerne bereit, etwas Nervenkitzel zu riskieren. Besonders Elena, die aufgrund des Lernstresses sich nicht an den Vorbereitungen beteiligen kann. Um die Spannung etwas zu steigern, bittet sie die beiden darum, ihr das Reiseziel nicht zu verraten.

In den Norden

Die Prüfungen sind nun endlich vorbei und nun wartet die nächste Herausforderung auf Elena. Das Packen. Als Hinweis erhielt Elena im Vorfeld die Wettervorhersage für die kommenden vier Urlaubstage. Um die 19 Grad, Sonnenschein und windig soll es werden. Nach langem Hin und Her ist der Rucksack gepackt, sie hat sich sicherheitshalber für wärmere als zu kurze Kleidung entschieden. Los geht es vom Flughafen in München, sie schaffen es tatsächlich, dass Elena erst am Gate zum Boarding erfährt, wohin die Reise geht. Sie ist begeistert, es geht nach Norwegen, in die Hauptstadt Oslo. Die skandinavischen Länder stehen schon lange auf ihrer Wunschliste. Ihre beiden Freundinnen hatten sich bei Lufthansa für die Kategorie „Great Outdoors“ entschieden. Die möglichen Ziele sind hier Danzig, Göteborg, Kopenhagen, Larnaca, Luxemburg, Oslo und Stockholm.

Auf dem Heimflug sehen sich die Freundinnen ein paar Fotos der Reise an und lassen die vergangenen Tage Revue passieren. Oslo hat die drei besonders mit Ihrem Facettenreichtum beeindruckt. Stadt, Natur, Meer und die sehr freundlichen und hilfsbereiten Norwegerinnen und Norweger bleiben ihnen positiv in Erinnerung. Das einzige Manko sind die hohen Lebenshaltungskosten in Norwegen, weshalb Essengehen schnell zu einem Luxuserlebnis wird. Die drei sind einer Meinung, Blind Booking war eine tolle Erfahrung, die sie gerne wieder erleben möchten.

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