Red Bulletin: Wie ein Magazin Flügel verleihen will

Robert Sperl vom Red Bulletin Magazin
Robert Sperl, Editorial Director des Red Bulletins, ist seit der Gründung 2007 mit an Bord und hat das Magazin aufgebaut. Foto: Philipp Hattingh

Robert Sperl, der Editorial Director des Lifestyle-Magazins „The Red Bulletin“, war am 24.5. zu Gast in Würzburg. Er stellte den Studierenden des Studiengangs „Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation“ verschiedene Facetten des Unternehmensmagazins vor. Thema waren die Entstehungsgeschichte, die Arbeit als Magazinjournalist und das Konzept eines Artikels im Red Bulletin.

Von Philipp Hattingh

Von der Boxengasse in die ganze Welt

2005: Formel 1 Grand Prix von Monaco. Red-Bull-Chef und Rennstall-Besitzer Dietrich Mateschitz hat die Idee, eine Zeitung für die Boxengasse zu erstellen. Die Zeitung soll Formel 1 bezogene Themen behandeln und rund um das jeweilige Rennen informieren. Wie heute legte man bereits damals Wert auf eine ansprechende Gestaltung und so entwickelt sich die Zeitung in den Boxengassen schnell zum Kultobjekt.

Im Jahr 2007 erscheint The Red Bulletin dann zum ersten Mal als Monatsmagazin in Österreich. Über die Jahre erschließt das Magazin neue Länder, Märkte und Leser­schichten. Heute erscheint es in acht Ländern mit einer Auflage von 2,2 Millionen.  Elementares Vehikel ist es, mit verschiedenen Vertriebs­partnern zusammenzuarbeiten. So wird das Magazin beispiels­weise monatlich der L’Équipe in Frankreich und dem Kurier in Österreich beigelegt.

Robert Sperl zeigt im Laufe seiner Präsentation Eindrücke aus der Kreation von Geschichten und Artikeln. Als Beispiel zeigt er ein Video von einer Story mit Daniel Ricciardo, einem Fahrer des Red Bull Racing Teams. Dieser fuhr in Sizilien auf den Spuren des Targa Florios, einem traditions­reichen Langstrecken­rennen, mit einem Rennauto aus den 70er Jahren. Sperl erklärt, dass bei einer solchen Story nicht nur der Artikel produziert wird, sondern im Zuge dessen auch direkt Film- und Fotomaterial erstellt werden sowie Inhalte für Social Media. Manchmal entsteht sogar eine kleine Dokumentation für Red Bull TV.

Arbeitsabläufe eines Magazinjournalisten

„Wir denken auch mal 6 Stunden an einem Wort herum, während man bei der Tages­zeitung lediglich 6 Sekunden hat.“ Das macht die Arbeit als Magazin­journalist laut Robert Sperl aus. Er und seine Redaktion nehmen sich gerne ausreichend Zeit, um einen Artikel zu erarbeiten. Mehrmals wöchentlich finden Redaktions­konferenzen statt. Hier werden alle Mitarbeiter, seien sie aus Mexiko, England, der USA oder Frankreich per Skype zugeschaltet. Es werden Artikel­ideen besprochen und diskutiert. „Jeder Artikel läuft über meinen Schreibtisch“, sagt Sperl. Es ist ihm wichtig, alle Inhalte über­blicken zu können. Die Struktur der Magazine ist in jedem Land dieselbe. Das Magazin wird zu 70% mit globalen Inhalten gefüllt, die jeweils übersetzt werden, und zu 30% mit auf das Land zuge­schnittenen Inhalten.

Dem Leser Flügel verleihen

Das Alleinstellungsmerkmal jedes Artikels im The Red Bulletin soll sein, dem Leser Flügel zu verleihen – also die Unternehmens­philosophie des Mutter­konzerns Red Bull in Magazin­form zu verbreiten. Um das zu erreichen, werden in Interviews Fragen abseits des Alltäglichen gestellt. Also vorrangig nicht Fragen zum neuen Album des Musikers oder Fragen zum neuen Film der Schau­spielerin. Sondern The Red Bulletin fragt nach, wie sich die Personen tag­täglich motivieren, worauf es ihnen im Leben ankommt, wie man erfolgreich wird, wie die Personen mit Wut umgehen oder wie man den Ausgleich im Leben findet. Der Leser soll Lebens­ratschläge erhalten und auf diesem Wege sich und seinem Leben Flügel verleihen.

„Dieser Ansatz grenzt das Magazin von anderen Lifestyle-Magazinen ab“, sagt Sperl, „wir werden nie das Problem haben, dass ein anderes Magazin uns eine Story weg­schnappt. Denn wir betrachten die Geschichte durch die ‚gives you wings’-Brille.“

© Main-Magazin 2017

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