Hotels in Würzburg: 4400 Betten zur Wahl

Bild von Würzburg, aufgenommen von den Weinbergen
Würzburg ist als Reiseziel beliebt – die Auswahl an Hotels dementsprechend groß.

Unzählige Häuser unterschiedlichster Kategorien buhlen in der Stadt um die Gunst von Übernachtungsgästen. MAIN hat sich einige von ihnen genauer angesehen.

Von Manuel Kern

Gemessen an der Größe der Stadt und der sonstigen Infrastruktur gibt es in Würzburg außerordentlich viele Hotels. Die Anzahl der Gästeübernachtungen je Einwohner, ein Indiz für die Hoteldichte einer Stadt, lag im Jahr 2015 bei 7,2. Das macht Platz 18 im Ranking aller deutschen Städte.

Das Preisniveau in Würzburg ist hoch. Obwohl Gäste laut einer Umfrage maximal 49 Euro pro Person für eine Nacht in Würzburg zahlen wollen, verlangen fast alle Hotels mehr. Dadurch bleibt fast die Hälfte der über 4.400 Betten in der Stadt leer, die Auslastung liegt bei rund 54 Prozent.

Viele Hotels in der Stadt sind rein zweckmäßig: Das Ibis Budget im Würzburger Osten beispielsweise ist ein klassisches Handwerker-Hotel. Alles, was man braucht, kein bisschen mehr. Dafür gibt es mit knapp 40 Euro pro Übernachtung einen für die Stadt sehr günstigen Tarif.

Eine Modernisierung ist notwendig

Zahlreiche Würzburger Hotels sind alteingesessene Familienbetriebe, die lange gut vom Tourismus gelebt haben, nun aber modernisieren müssen. Das Hotel Strauss an der Juliuspromenade ist ein solches Beispiel, ebenso das Hotel Amberger in der Ludwigstraße. Wie so manches Haus in Würzburg haben beide reichlich Patina angesetzt, es weht ein Hauch zwanzigstes Jahrhundert durch die Hotelflure.

Am oberen Ende der Skala in Sachen Preis und Komfort gibt es einige Hotels mit Annehmlichkeiten wie Pool, Fitnessraum oder Sauna. Große Ketten sind außer der Accor-Gruppe (Ibis, Mercure, Novotel) und Best Western (Rebstock, Post-Hotel) bisher nicht vertreten, die Attraktivität Würzburgs als Tourismusziel und Kongress-Stadt lockt aber weitere Investoren an. So soll im Zuge der Umgestaltung des Postareals in den nächsten Jahren ein großes Hotel direkt am Hauptbahnhof entstehen.

Exakt 891.801 Übernachtungen wurden 2015 in Würzburg gezählt. Jede fünfte entfiel auf einen Gast aus dem Ausland. Ganz vorne: Die US-Amerikaner mit fast 18.000 Übernachtungen. Auf den Plätzen folgen die Niederlande, die Schweiz und Großbritannien. Das stärkste Wachstum hat die Tourismus-Destination Würzburg in China. Ob aus dem Ausland, für eine Städtereise oder geschäftlich: Wer in Würzburg übernachten möchte, hat die Wahl zwischen Hotels fast jeden Charakters. Modern oder Jahrhunderte alt, familiengeführt oder standardisiert, zweckmäßig oder komfortabel: Fünf exemplarische Häuser im Kurzporträt.

Luxus und Historie: Das Hotel Rebstock (Neubaustraße 7)

Hotel Rebstock in Würzburg

Ein Haus mit reichlich Tradition: 1408 wurde das Hotel Rebstock zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Rokokofassade ist denkmalgeschützt. Im Erdgeschoss wartet das Restaurant „Kuno 1408“ auf Feinschmecker, seit 2013 ist es mit einem Stern im Guide Michelin vertreten. So viel Komfort und Geschichte haben ihren Preis: Die 72 Zimmer des Hauses kosten zwischen rund 100 Euro (Einzelzimmer) und 250 Euro (Deluxe-Doppelzimmer) pro Nacht.

Ein Hotel für…
Angestellte, deren Arbeitgeber sich Geschäftsreisen noch richtig was kosten lassen.

Budgetfreundlich und pragmatisch: Das Babelfish-Hostel (Haugerring 2)

Hostel Babelfish Würzburg

Direkt gegenüber vom Hauptbahnhof wartet eine unscheinbare und von außen alles andere als einladende Herberge auf Gäste. Der Blick hinter die Fassade lohnt: beim Babelfish handelt es sich um ein liebevoll geführtes Backpacker-Hostel. Bis zu 20 Personen stapeln sich in den Hochbetten der Schlafsäle, wer mehr Privatsphäre braucht, greift auf ein Vierer- oder Doppelzimmer zurück. 17 bis 45 Euro werden pro Nacht fällig. Dafür gibt es wenig Komfort, aber viel Kontakt zu anderen Reisenden, eine Dachterrasse und eine Selbstversorgerküche.

Ein Hotel für…
alle, die nicht vorhaben, bei ihrem Würzburg-Besuch viel zu schlafen.

Direkt an Main und Kongresszentrum: Das Hotel Maritim
(Pleichertorstraße 5)

Hotel Maritim in Würzburg

Das Maritim hat es 2015 als einziges Würzburger Hotel in die Top 200 der umsatzstärksten Hotels Deutschlands geschafft. Die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung führt das Haus im jährlichen Ranking mit 11,4 Millionen Euro Nettoumsatz dabei auf Platz 151. Das ist durch die Dimensionen des Hauses zu erklären: 287 Zimmer sowie Veranstaltungsräume für bis zu 380 Personen. Das Congress Centrum schließt sich zudem direkt an das Gebäude an – wer dort hinmöchte, muss nicht einmal vor die Tür.

Ein Hotel für…
Musical-Fans, Kongressteilnehmer, Business-Menschen

Sterneküche und Panoramablick: Das Schlosshotel Steinburg
(Reußenweg 2)

Hotel Steinburg in Würzburg

Hoch über der Stadt thront das Schlosshotel Steinburg. In diesem Jahr wird es 120 Jahre alt. 1898 wurde die Steinburg auf den Grundfesten einer zerstörten bischöflichen Burg aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Das Vier-Sterne-Haus befindet sich oberhalb der Weinlage „Würzburger Stein“. Direkt nebenan tischt Sternekoch Bernhard Reiser auf. Das Hotel setzt in seiner Werbung dabei voll auf Romantik. Eine Nacht für zwei inklusive Champagner und Candle-Light-Dinner gibt es für 426 Euro.

Ein Hotel für…
alle, die einmal im Leben für eine besondere Feier ein paar Monatsgehälter verjubeln wollen.

Tradition und familiärer Charme: Das Hotel Goldenes Faß
(Semmelstraße 13)

Hotel Goldenes Faß Würzburg

In vierter Generation familiengeführt, empfängt das „Goldene Faß“ mit nur 15 Zimmern. Es steht dabei exemplarisch für viele kleinere Häuser der Stadt, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Das Hotel „Stadt Mainz“, ebenfalls in der Semmelstraße, ist ein weiteres Beispiel. Kurios im „Goldenen Faß“: Teddybären sind omnipräsent. Das Frühstück wird in der „Teddystube“ serviert, obendrein gibt es eine „Bärenklinik.“ Auffällig ist die historische bemalte Fassade des Hauses. Ganz oben prangt ein Schriftzug: „Ob Jude, Heide oder Christ, herein, wer durstig ist.“ Ein Doppelzimmer kostet 100 Euro, das entspricht dem hohen Durchschnittspreis für Würzburg in der Drei-Sterne-Kategorie.

Ein Hotel für…
Städtetouristen, die sich den Gegenentwurf zur Hotelkette etwas kosten lassen wollen.

© Main-Magazin 2017 (Fotos: Manuel Kern)

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