Als 16-Jähriger in die Selbstständigkeit

Lucas Burtz
Als 16-Jähriger hat Lucas Burtz DonutDreams gegründet (Foto: Meliz Kaya)

Vor über einem Jahr hat Lucas Burtz DonutDreams, den ersten Donut Laden Würzburgs, eröffnet. Mittlerweile besteht sein Team aus neun Personen. Täglich kann man bei DonutDreams frisch gebackene Donuts in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, mit Füllung, ohne Füllung und sogar glutenfrei genießen. Das besondere: Lucas hat den Laden mit gerade einmal 16 Jahren ins Leben gerufen hat. Im Interview verrät der mittlerweile 17-Jährige, welchen Herausforderungen man sich als Minderjähriger auf dem Weg zur Selbstständigkeit stellen muss und wie es ihm trotzdem gelungen ist, seinen Traum zu verwirklichen.

Das Gespräch führte Meliz Kaya

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Donut Laden zu eröffnen?

Lucas Burtz: Die Idee einen Donutladen zu eröffnen hatte ich, weil ich selber sehr gerne Donuts esse! In Würzburg gab es aber keinen richtigen Donutladen der über die “3-Sorten-Grenze” hinausging. Ich habe meine Ideen und Vorstellungen zunächst nur meinen Eltern erzählt. Zu Beginn reagierten sie selbstverständlich sehr skeptisch.

Was waren die ersten Schritte bis zur Realisierung deines Traumes und welchen Herausforderungen musstest du dich dabei stellen?

Der erste und auch schwierigste Schritt war es, meine Eltern von meinen Plänen zu überzeugen das hat echt lange gedauert! Das nötige Startkapital aufzutreiben und eine geeignete Immobilie zu finden war auch nicht gerade einfach. Von Bankangestellten und Vermietern wurde ich oft nicht ernst genommen, obwohl in vielen Fällen meine Eltern anwesend waren.

War es eine Option für dich, zu warten bist du Volljährig bist?

Hätten meine Eltern nicht auf diese Weise mitgemacht, wie sie es jetzt tun, hätte ich höchstwahrscheinlich warten müssen. Vielleicht wäre der Traum vom eigenen Donutladen dann auch geplatzt und es wäre gar nicht zur Verwirklichung von DonutDreams gekommen. Deswegen war ich stets darum bemüht meine Eltern von der Idee und dem ganzen Konzept dahinter zu überzeugen. Sie waren genervt, aber am Ende hat es doch geklappt.

Was ist eigentlich das Gute daran, wenn man sich in bereits so jungen Jahren selbständig macht?

Man hat die Möglichkeit sehr früh Erfahrungen zu sammeln und wird mit einem gewissen Maß an Verantwortung konfrontiert. Damit muss man sich auseinandersetzen und zurecht kommen. Mir ist es wichtig, dass ich schon in jungen Jahren und Schritt für Schritt Erfahrungen in der Arbeitswelt sowie in der Selbstständigkeit sammeln kann.

Wie hat sich dein Alltag seit der Eröffnung von DonutDreams verändert? Wie schaut dein Alltag jetzt aus?

Mein Alltag hat sich seit der Eröffnung wirklich zum positiven entwickelt. Statt Freitags und Samstags nach der Schule daheim Videospiele zu spielen, bin ich jetzt im Laden und arbeite. Natürlich ist mein Alltag dadurch auch viel stressiger geworden, aber auch das empfinde ich als eine positive Veränderung. Ich merke einfach, dass mir etwas fehlt, wenn wir den Laden zur Urlaubszeit schließen.

Als du deinen Laden eröffnet hast, war DonutDreams der erste Donut Laden der Stadt. Mittlerweile ist auch die international bekannte Kette Dunkin’ Donuts in Würzburg vertreten. Wie hast du darauf reagiert als du von der geplanten Eröffnung gehört hast?

Im ersten Moment war ich natürlich nicht allzu begeistert. Das hat sich dann mit der Zeit gelegt. Am Laden werden eigentlich nur dann Änderungen vorgenommen, wenn uns selbst etwas nicht gefällt. Aufgrund der Eröffnung von Dunkin’ Donuts haben wir also keine Änderungen vorgenommen. Bisher kann ich nicht sagen, dass sich für uns seit der Eröffnung von Dunkin’ Donuts etwas zum Negativen entwickelt hat. Eher im Gegenteil. Viele Würzburger bevorzugen es lokale Läden zu unterstützen. Das freut uns sehr!

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Konkrete Pläne für die Zukunft von DonutDreams gibt es noch nicht. Sicher ist nur, dass ich DonutDreams irgendwann so weit wie möglich alleine leiten werde.

Was rätst du jungen Menschen, die sich mit einer eigenen Idee selbständig machen möchten?

Man sollte sich unbedingt im engen Freundes- und Familienkreis Unterstützung holen. Alleine sind viele Dinge kaum oder gar nicht realisierbar. Das wichtigste ist, zu hundert Prozent hinter seiner Idee zu stehen und sich nicht verunsichern zu lassen.

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