Glosse: Und täglich grüßt das Apple-Tier

Neues vom angebissenen Apfel aus Cupertino. Foto: Günter Havlena/pixelio.de

Am 7. September stellte Apple das brandneue, heißersehnte iPhone 7 vor, welches seit dem 16. September offiziell erhältlich ist. Die Neuerungen dieses Wunderstücks der Technik sind so beeindruckend wie in den vergangenen Jahren. Gar nicht.

eine Glosse von Catharina Schmidt

Die Spannung steigt. Endlich ist der Augenblick der Wahrheit gekommen. Mit donnerndem Applaus betritt Apple-CEO Tim Cook die Bühne in San Francisco, um das neue Flaggschiff der Smartphone-Edelmarke vorzustellen. Und die Fans konnten sich natürlich nicht mehr auf den Stühlen halten. Was das neue Modell wohl für Neuerungen bringt? Man war sich ganz sicher, dass sich nun wieder einiges ändern würde, nachdem letztes Jahr nur die Erweiterung des iPhone 6 herauskam: Das iPhone 6s.

Fassen wir doch mal kurz zusammen, was die Anhänger des angebissenen Apfels erwarten dürfen. Anfangen muss man ganz klar mit dem Design. Halt, da hat Herr Cook doch das Vorgängermodell dabei, oder? Leider nein, das iPhone 7 sieht dem iPhone 6S zum Verwechseln ähnlich. Einzig der Home-Button und die Lautstärkeregler sind ein wenig anders. Wahrlich verblüffend. Eine weitere Verbesserung ist nun das wasserabweisende Gehäuse. Ob die euphorisierten Fans wohl irgendwann merken, dass ein wasserabweisendes Smartphone keineswegs ein wasserdichtes Smartphone ist? Naja, zumindest hält es nun wohl einen kleinen Nieselregen aus, auf Tauchgang sollte man trotzdem immer noch nicht gehen. Der Applaus ist Herrn Cook dennoch sicher.

Aber jetzt kommen wir wirklich zu einer erstaunlichen Idee der Techniktüftler aus dem sonnigen Kalifornien: ab jetzt gibt es nur noch kabellose Kopfhörer. Das Smartphone hat gar keinen Eingang mehr für einen AUX-Stecker. Zu seinem neuen Telefon muss man also noch zwei kleine Knöpfchenstecker dazu kaufen um Musik zu hören. Aber nein, wieso die Stecker kaufen, wenn man sowieso bald ein Paar auf dem Gehsteig auflesen kann? Immerhin sind die Knöpfchenstecker recht unhandlich und können bei zu schnellem Schritt den Weg aus dem Ohr auf die Straße finden. Für immer verloren. Aber dann muss sich der Apple-Besitzer hat nochmal ein neues Paar kaufen. Oder einen Adapter für seine alten Kopfhörer mit AUX-Anschluss. Und einen Adapter für den Stromanschluss. Am besten gleich noch einen Adapter für den Adapter, damit Apple schön viel Geld macht. Wirklich phantastisch, was sich Apple da wieder mal hat einfallen lassen. Manchmal fragt man sich, ob die Entwickler von Apple zu lange in der kalifornischen Sonne gelegen haben.

Jetzt mal Spaß beiseite, immerhin hat das neue Modell eine verbesserte Akkulaufzeit von vermutlich ungefähr 5 Minuten und die beste eingebaute Kamera aller Zeiten. Zumindest von allen bisherigen Appleprodukten.

Und das alles bekommt man schon für echte Spottpreise! Ein indischer Herr hat das mal anschaulich verdeutlicht: er hat die Wahl sich nun entweder das neue iPhone7 zu kaufen oder Hin- und Rückflüge nach Bangkok zu buchen, zusätzlich sich noch drei Mal jeweils eine Stunde massieren zu lassen, zwei Wochen lang in 5 Sterne Hotels zu residieren und zu speisen wie Gott in Frankreich. Nach dieser schönen Reise hätte der Herr übrigens sogar noch etwas weniger ausgegeben, als für das Smartphone. Logisch, wofür er sich wohl entscheiden wird, oder? Das iPhone selbstverständlich!

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass sich die Entwickler von Apple wieder einmal selbst übertroffen haben. Ohne dieses fantastische Produkt könnten wir uns jetzt immerhin nicht lustige Youtube-Videos anschauen, bei denen iPhone 6S Besitzer vermeintlich schon Mal das iPhone 7 in der Hand halten dürfen. Verschwiegen wurde dabei, dass es sich eigentlich auch nur um das iPhone 6S handelte. Und was waren die Apple-Sympathisanten begeistert. Ein völlig neues Erlebnis auf dem Smartphone-Markt, da müsse man ja sofort zuschlagen. Leider ist dieser blinde Fanatismus nach einem Gerät mit einem angebissenen Apfel zu weit fortgeschritten. Apple-Fans campieren sogar nächtelang vor dem Apple-Store, um dann das neue Gerät, das gar nicht so neu ist, zu ergattern. Was bleibt dann noch dem Otto-Normal-Bürger, der sich mit einem Samsung-Smartphone zufriedenstellen muss? Auf jeden Fall bessere Leistung für weniger Geld.

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