Apelabs: Licht am Ende des Tunnels

Auch im Inneren des Gebäudes wird mit Licht gespielt

Die ApeLabs GmbH aus Eisingen entwickelt professionelle LED-Scheinwerfer. Ob in Hotelgruppen in Las Vegas oder bei UEFA Champions-League-Spielen, die Leuchten konnten schon einige spektakuläre öffentliche Auftritte verbuchen. Leicht war der Weg dahin jedoch nicht. Im Jahr 2013 musste das junge Unternehmen erstmals einen herben Rückschlag verkraften.

Von Pilar Hammerl

Wer das moderne Firmengebäude der ApeLabs GmbH in Eisingen betritt, weiß hier entsteht Kreativität. Schon am Ortseingang fällt das Logo, der pinke Affe, ins Blickfeld. Auf einer grünen Wiese erstreckt sich ein großer Würfel mit weiten Glasfronten. Der Mix aus Beton, Glas und Holzbalken wirkt sehr modern und könnte ebenso in einem hippen Stadtzentrum stehen. Stattdessen ist das Firmengebäude der ApeLabs GmbH in einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Würzburg beheimatet. Was das Unternehmen genau macht, ist allerdings von außen noch nicht ersichtlich. Durch die Glasfronten sind lediglich einige Motorräder zusehen. „Es kommt schon öfter vor, dass sich hier Motorrad -Fans verirren und nach den Preisen fragen wollen“, erklärt Julius Schrenk, Geschäftsführer von ApeLabs.

Die Apelabs-Geschäftsführer Julius Schrenk und Gisbert Müller vor ihrem Firmenlogo
Die Apelabs-Geschäftsführer Julius Schrenk und Gisbert Müller vor ihrem Firmenlogo

Akkubetriebene LED-Scheinwerfer

Motorräder werden hier aber definitiv nicht gebaut oder verkauft, sie stehen nur als Dekoration aus. Stattdessen entwickelt die ApeLabs GmbH seit 2007 akkubetriebene LED-Scheinwerfer. Der Gründer und Geschäftsführer Julius Schrenk war schon immer sehr technikaffin.

Bereits mit 15-Jahren fiel er durch seine verrückten Erfindungen deutschlandweit auf. Über seine selbstentwickelten motorisierten Inlineskates berichteten damals TV-Formate wie „Leute heute“ (ZDF) oder „Taff“ (ProSieben). Zehn Jahre später gründete er, nach langer Berufserfahrung in der Bühnen- und Lichttechnik, das Unternehmen ApeLabs – damals noch als Einzelfirma. Den ersten LED-Scheinwerfer, den Julius Schrenk für eine Diskothek in Würzburg verbaute, bestand lediglich aus einem Akku, einem Lichtschalter, der Hausinstallation und fünf LEDs. Damit wurden und werden heute noch Stehtische aus Acrylglas beleuchtet. „Professionelle Lichttechnik fasziniert mich. Dennoch habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, warum professionelles Licht nicht auch für jedermann bedienbar sein kann.“ Mit diesem Grundgedanken startete der heute 32jährige die erste Serie an professionellen LED-Leuchten.

„Es gab Höhen und Tiefen“

Die ersten Leuchten aus dem Hause ApeLabs wurden im Jahr 2008 fertiggestellt. Vom Mobilight 1, einem akkubetriebenen Scheinwerfer in Würfelform, wurden nur 100 Stück gebaut. Diese stehen bis heute in Mallorcas bekanntester Open-Air-Kneipe, dem „Bierkönig“. Die zweite Generation der Leuchten wurden 2009 auf der Fachmesse Prolight & Sound in Frankfurt vorgestellt. Die Fachpresse war begeistert. Das Fachmagazin für Veranstaltungstechnik, „Production Partner“, kürte die zweite ApeLabs-Leuchte zu „einem der innovativsten Produkte der letzten Zeit.“ ApeLabs konnte bereits im ersten Jahr nach dem Launch 5.000 Leuchten verkaufen und erzielte einen Umsatz von über einer Millionen Euro.

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Nach diesem erfolgreichen Start kam 2013 die unerwartete Wende. Die dritte Generation der Mobilight-Leuchten sollte noch mehr Features beinhalten, als ihre Vorgänger und wurde nach einem Jahr Entwicklung vorgestellt. Problematisch waren allerdings die hohen Herstellungskosten und der dementsprechend zu hohe Verkaufspreis. Intern wird die Leuchte seitdem auch „die Insolvenzlampe“ genannt. Der Name trifft den Nagel dabei auf den Kopf. Nachdem die gewünschte Nachfrage nach der Mobilight 3 ausblieb, musste Julius Schrenk im Juni 2013 Insolvenz anmelden. Es sei eine harte Zeit für ihn gewesen, resümiert er. „Ich musste mich erst einmal sammeln, aber mir war immer klar, dass ich weiter machen werde.“

Gedacht, getan: Im Mai 2014 reichte Julius Schrenk erneut seinen Gewerbeantrag ein. Diesmal an seiner Seite: der Informatiker Gisbert Müller. Bereits im Alter von acht Jahren programmierte Müller seine ersten Microcontroller und entwickelte elektronische Schaltungen. Für ApeLabs baute der heute 34-Jährige 2014 in Nachtarbeit den Prototypen der vierten Mobilight Generation. Mit diesem Prototypen zog Julius Schrenk los und holte die ersten Aufträge. In den ersten Monaten erwirtschaftete die Mobilight 4 dabei einen Umsatz von 300.000 Euro. „Diesmal haben wir mit Köpfchen produziert“, erzählt Schrenk.

Neue Apelabs-Produkte im Jahr 2016

ApeLabs war wieder auferstanden. Diesmal mit neuer Struktur und neuer Strategie. Aus der Einzelfirma wurde eine GmbH. Aus einem Geschäftsführer wurden zwei. Gisbert Müller und Julius Schrenk, die beiden Gesellschafter, bilden seit 2015 die Geschäftsführung der ApeLabs GmbH. Zusätzlich zu der neuen Gesellschaftsform gelang es ApeLabs, einen neuen Produktionspartner zu finden. Mit der RG Elektrotechnologie GmbH aus Quedlinburg werden alle ApeLabs-Kreationen ISO-zertifiziert und ausschließlich in Deutschland produziert.

Die neue Strategie beinhaltete außerdem eine Ausweitung des Produktportfolios. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern launchten Schrenk und Müller 2015 die LightCan und den ApeStick. Zusammen mit der Mobilight 4 erwirtschaftete ApeLabs 2015 einen Umsatz von 600.000 Euro. Seitdem werden der Mut und die Kreativität des jungen Unternehmens immer wieder in der Fachpresse gelobt. Die verschiedenen Leuchten scheinen gut anzukommen und konnten in den letzten beiden Jahren einige öffentliche Auftritte verbuchen. Von der Set- Beleuchtung der Kultserie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ auf RTL über diverse Einsätze bei UEFA-Champions-League-Spielen bis hin zur Echo-Verleihung oder Red-Bull -Events. Auch in Würzburg, der Heimatstadt der ApeLabs-Leuchten, setzen mittlerweile immer mehr Gastronomen und Veranstaltungen auf die Lichtkreationen des jungen Teams aus Eisingen.

2016 ist ein Umsatz von 1,3 Millionen Euro anvisiert. Realisieren wollen die Unterfranken das Ziel dabei unter anderem mit zwei neuen Produkten, die 2016 noch auf den Markt kommen sollen: Die ApeLight Mini und die Apelight Maxi. „Damit haben wir eine Allrounder-Leuchte für verschiedene Zielgruppen geschaffen“, so Schrenk. Die Unternehmer aus Eisingen sind zuversichtlich, dass ihr neues Konzept Erfolg haben wird. Dabei zieht sich der Grundgedanke, dass professionelle Lichttechnik für jedermann bedienbar sein sollte, durch alle Produkte.

© Main-Magazin 2016 (Fotos: Pilar Hammerl)

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