Greenpeace zu Gast in Würzburg

Auf Rhein und Main unterwegs um über die Verschmutzung der Meere zu informieren: Das Greenpeace-Segelschiff Beluga II. Foto: Nicole Theuerzeit

An Pfingsten machte die Umweltorganisation Greenpeace mit ihrem Segelschiff Beluga II Halt in Würzburg. Im Main nahmen sie Wasserproben und gaben den Würzburgern die Möglichkeit, sich vor Ort auf dem Flachbodenschiff umzusehen und sich selbst ein Bild von ihrer Arbeit zu machen.

von Mara Hofmann

Greenpeace klärt auf

Vor dem Ankerplatz an der Leonard-Frank-Promenade informierte Greenpeace mit Broschüren, Plakaten und Wasserproben der letzten Stopps an zwei Ständen. Ein Poster zeigte die fünf größten bekannten Müllstrudel der Weltmeere. Die größte dieser Ansammlungen von Plastikmüll erstreckt sich im Nordpazifik mit einer Größe von Mitteleuropa. “Es gibt richtige No-Go-Areas, da darf kein Schiff rein fahren.”, berichtete Wolfgang Molwitz, Mitglied der Besatzung, einem interessierten Ehepaar nach dessen Schiffsbegehung. Die Ehrenamtlichen führten Gruppen von zehn Personen über die Beluga II.

Der Weg eines Löffels

Im größten Raum des Schiffes hingen Meerestiere, gefertigt aus dem Müll, den Greenpeace aus der Nordsee gefischt hatte. Beim Eintreten liefen Tonaufnahmen von Belugawalen, auf einer Leinwand sah man dazu die Namensgeber des Schiffes. Auf dieser Leinwand lief ein kurzer Film, der den Weg eines Plastiklöffels von seiner Entstehung aus Rohöl bis hin zur einmaligen Benutzung auf einer Grillfeier schilderte. Der Film endete mit einem Dankeschön an alle, die auf Einweggeschirr verzichten und lieber ihre Löffel waschen, um sie wiederzuverwenden.

“Wir wollen den Menschen das Problem Plastik anschaulicher machen.”, so Marcus Wachtler, einer der freiwilligen Helfer, der eine Führung gab und auch das Team auf dem Schiff begleitet. Die Beluga II, deren Bau aus dem Nachlass von der Greenpeaceunterstützerin Ilse Vormann finanziert wurde, ist das erste Schiff, dessen kompletter Bau von Greenpeace in Auftrag gegeben wurde. Es wird vor allem für Umweltkampagnen benutzt, wie diese unter dem Motto #Wellemachen. Der circa 33 Meter lange und sechs Meter breite Zweimaster fahre mit Benzin, es würde aber sooft wie möglich auf die Segel als Antriebsmittel zurückgegriffen, erklärte Marcus Wachtler.

Die Tour, die am 16. April 2016 in Münster startete, führte über den Rhein in den Main, wo die Beluga II beispielsweise in Köln, Bingen und Frankfurt die Luken öffnete und Interessierten von der Plastikverschmutzung der Weltmeere, aber auch der heimischen Gewässer berichtete.

Zukunftsaussichten

Mit dieser Aktion könne man zwar noch keine genaue Angaben machen, ob sich das Verhalten der Menschen nachweislich ändert, jedoch bekomme man einen groben Überblick, wie die Situation der Verschmutzung gerade in deutschen Flüssen aussieht und wo man gezielter mit der Aufklärung anfangen muss, erklärte Marcus Wachtler. “Viele Geschäfte setzen schon mehr auf Bio-Produkte und weniger auf Verpackungen. Bei uns in Schweinfurt denken sie auch über einen Laden nach, der komplett auf Verpackung verzichtet, wie sie es schon in verschiedenen Städten gibt.”, so Marcus Wachtler, “Alleine vom Gefühl her würde ich sagen, es gibt schon einen Trend zum Umdenken in unserer Gesellschaft.”. Es wird demnächst größere wissenschaftliche Untersuchungen in der Nordsee geben, die repräsentativere Werte abgeben sollen.

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