Wohlstand für die Gesellschaft

Erklärt die Bedeutung sozialer Medien mit den Ansätzen Hayeks: Prof. Dr. Margit Meyer

Margit Meyer lässt eine Frage nicht los. Die Würzburger Professorin will wissen, wie Wohlstand in der Gesellschaft entsteht. „Ein Thema, das mich zur Zeit besonders fasziniert, ist der Bereich der sozialen Medien, die Möglichkeit sich weltweit zu vernetzen, zu kommunizieren und sich zu organisieren. Diese Medien haben innerhalb kürzester Zeit jeden Bereich der beruflichen und privaten Welt durchdrungen.“ Auch wenn er selbst diese Entwicklung nicht mehr miterlebt hat, findet Margit Meyer an dieser Stelle den Grundgedanken von Friedrich August von Hayek sehr treffend. Vor rund 60 Jahren sagte er, dass der Sinn von Wettbewerb in der Verwertung von Wissen in der Gesellschaft liegt. Und mehr denn je habe er damit Recht. Durch die Internet-Ökonomie und vor allem durch den Einsatz der sozialen Medien hätten Hayeks Erkenntnis eine neue Ebene erreicht, so Margit Meyer. Dahinter stehe das umfassendere Ziel, Wert in und für die Gesellschaft zu schaffen, füreinander und miteinander.

„Ich wollte verstehen wie Wirtschaft funktioniert, wie es möglich ist Wohlstand zu generieren und die Produktivität zu erhöhen.“ Angetrieben durch diese Fragen, beschloss Margit Meyer 1978 ein Studium der Wirtschaftspädagogik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz aufzunehmen. Eine akademische Laufbahn hatte sie zunächst nicht geplant. „Ich wurde allerdings während meines Studiums vom Lehrstuhl für Marketing angesprochen und gefragt, ob ich Interesse an einer Promotion hätte. Schnell wurde mir dann klar, dass mir Forschung und Lehre sehr gut gefallen.“ Als sich dann die Chance ergab an die Universität Münster zu gehen, tat sie dies nur zu gerne. Dort habilitierte sie am Institut für Anlagen- und Systemtechnologie zum Thema „Ökonomische Organisation der Industrie – Netzwerkarrangements zwischen Markt und Unternehmung“. Im Anschluss übernahm sie direkt den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing an der Universität Würzburg; das ist mittlerweile gut 20 Jahre her.

Ein weiteres Themenfeld, das Margit Meyer schon immer beschäftigt hat, sind die Ansätze und Theorien von Chester Barnard. „Im Moment arbeite ich daran seine Ideen auch im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Man kann sagen, dass mich andere Menschen schon immer inspiriert und geprägt haben, aber im ganz Besonderen Barnard.“ Dass seine Theorien auch bei uns verstanden werden, sei ihr ein „tiefgreifendes Bedürfnis“, erklärt Margit Meyer. Es geht vor allem um sein prägendes Werk „The Functions of the Executive“. Darin beschreibt Barnard einen weitgreifenden Ansatz, der die Prinzipien von sozialen Organisationen, die er als kooperative Systeme bezeichnet, erläutert und der auf die Charakteristik von Führungsaufgaben und Führungsverantwortung eingeht. Dabei legt er neben der Effektivität und Effizienz von Organisationen einen Fokus auf die formellen Organisationen. Diese bilden sich in seinem Ansatz, wenn mehrere Personen miteinander in Kontakt treten und durch gemeinsame Handlungen versuchen ein einheitliches Ziel zu erreichen. Es handle sich um einen Prozess, bei dem Mehrwert kreiert werden soll. Und genau das spiegele wieder, worum es heute geht: „Wir müssen kraftvoller denn je daran arbeiten die Zukunft gemeinsam nachhaltig mitzugestalten – was nur gelingen kann, indem wir gemeinsam Wohlstand generieren“, so Margit Meyer.

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