„Drei Wochen helfen“: Flüchtlingshilfe statt Vorlesungen

Leere Sitzreihen in einem Seminarraum
Leerer Hörsaal: Statt Vorlesungen steht für die Pädagogikstudenten Praxis in der Flüchtlingshilfe auf dem Stundenplan. Foto: Walter Bornmann, pixelio.de

Pädagogikstudenten der Universität Würzburg besuchen im Dezember drei Wochen lang keine Vorlesungen. Stattdessen engagieren sie sich in der Flüchtlingshilfe (wir berichteten).

Erstsemester in der Flüchtlingshilfe

Das Projekt „Drei Wochen helfen“ richtet sich an die Erstsemester des Bachelor-Studiengangs Pädagogik. Während des Projekts fallen die Lehrveranstaltungen der Studierenden aus. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, sich freiwillig in den Projekten verschiedener Partnerorganisationen zu engagieren. „Etwa 100 Studierende nehmen diese Möglichkeit wahr“, erklärt Professor Heinz Reinders, einer der Initiatoren des Projekts und Professor für Empirische Bildungsforschung. Sie sollen so schon zu Beginn ihres Studiums unmittelbar die pädagogische Praxis in Flüchtlingsprojekten kennenlernen.

Regionale Partner

Die Universität kooperiere mit verschiedenen regionalen Organisationen. „Darunter sind Helferkreise, Schulen und Vereine“, so Heinz Reinders. Die Aufgaben der teilnehmenden Studierenden erstrecken sich dabei von der Essensausgabe über Sprachunterricht, Arbeit in der Kleiderkammer bis hin zur Gestaltung von Freizeitangeboten. Der Kontakt mit den Partnerinstitutionen, wie etwa der Mönchbergschule, soll über den Projektzeitraum hinaus ein langfristiges Engagement der Studierenden in der Flüchtlingshilfe vorbereiten.

Engagement am Campus Nord

Auch in der kürzlich eröffneten Notunterkunft am Campus Nord engagieren sich die Studierenden. Hier liege der Fokus laut Heinz Reinders vor allem darauf Beschäftigungsmöglichkeiten für die dort untergekommenen Flüchtlinge zu schaffen. Neben Freizeitangeboten werden die Studierenden dort aber auch den Sprachunterricht mitgestalten.

Langfristige Integration der Flüchtlingshilfe ins Studium

Reinders ist davon überzeugt, dass das Thema Flüchtlingshilfe wegen der großen Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlingen auch in der zukünftigen Arbeit der Pädagogen eine größere Rolle einnehmen wird. Daher wird ein neuer Schwerpunkt „Flucht und Migration“ ins Pädagogikstudium integriert.

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